RB-Trainingszentrum

Seit 2012 wird am Cottaweg eine Trainingsanlage für den RasenballSport Leipzig e.V. (RB) errichtet. Der Bebauungsplan schließt Teile des Landschaftsschutzgebietes und des SPA Leipziger Auwald mit ein, was besonders bedenklich ist, da der Leipziger Auwald Teil eines wertvollen überregionalen Biotopverbundes bildet.

Im Bereich Cottaweg ist der Auwald bereits stark zurückgedrängt und insofern besonders schützenswert. Diese Stelle ist ein ohnehin schon enges Nadelöhr, das (noch) den ökologischen Austausch zwischen dem nördlichen und südlichen Auwald gewährleistet. Die BUND Regionalgruppe Leipzig hatte sich wiederholt mit dem Investor und der Stadt Leipzig in Verbindung gesetzt, um Vorschläge für angemessene Ausgleichsmaßnahmen einzubringen. Die Stadt hat Ersatzaufforstungen in den Bereichen Willwisch (Paunsdorf) und Schirmholz (Stünz) vorgesehen, die weit vom Plangebiet der Trainingsanlage entfernt liegen, womit der prekären Lage des Auwalds am Cottaweg keine Abhilfe geschaffen wird. Lediglich ein kleines Gebiet zwischen Erich-Köhn-Straße und der Kleinen Luppe ist ebenfalls für Kompensationsmaßnahmen vorgesehen.

Noch undurchsichtiger erscheint in diesem Licht das Vorhaben der Stadt, 250 Pkw-Stellplätze in der Erich-Köhn-Straße hinter dem Straßenbahnhof Angerbrücke zu errichten, anstatt diese frei werdenden Flächen der Natur vor Ort als Ausgleich zur Verfügung zu stellen. Die Parkflächen gehören zum Bebauungsplan des RB Trainingszentrums - jedoch hat RB Leipzig im Gespräch mit dem BUND deutlich gemacht, dass überhaupt kein Interesse an diesen Stellplätzen bestehe und auch RB Leipzig eine Renaturierung dieser Fläche begrüßen würde.

Genauso wenig wäre eine Nutzung dieser Flächen für die Red-Bull-Arena oder die Kleinmesse geeignet. Zur Arena ist der Fußweg zu weit, womit der Parkplatz gemäß §49 der Sächsischen Bauordnung nicht in Frage kommt. Für eine lediglich temporäre Nutzung durch Besucher der Kleinmesse wäre es nicht zu rechtfertigen, dieses Gebiet einer Stärkung des Biotopverbunds vorzuenthalten. Hinzu kommt, dass eine weitere Parkanlage die Verkehrssituation am Knotenpunkt Jahnallee weiter verschärfen würde und somit auch unter infrastrukturellen Gesichtspunkten wenig sinnvoll erscheint.

Man setzt die falschen Signale, wenn man durch mehr Parkplätze immer mehr Menschen in die Innenstadt lockt und damit die Probleme noch verschlimmert! Um den Auwald in der Leipziger Stadtmitte zu stärken, plädiert der BUND Leipzig dafür, den Plan für Parkanlagen nördlich des Straßenbahnhofs zugunsten der Renaturierung aufzugeben und fordert die Stadt Leipzig und die Betreibergesellschaft mbH des Leipziger Zentralstadions (ZSL) dazu auf, sich auf ein umweltverträgliches Verkehrskonzept zu einigen.

Für eine langfristige Stärkung des Auwaldes am Cottaweg schlägt der BUND Leipzig vor, den Pachtvertrag für das Motodrom nördlich der Kleinmesse nicht zu verlängern und das Gelände zu renaturieren. Ebenso wäre zu überlegen, ob die Kleinmesse an einen für Umwelt und Schausteller günstigeren Ort verlegt werden könnte.

Wir fordern einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Auwald!

Karte des Geländes zum Überblick:



Ansprechpartner

Jürgen Kasek

03 41/ 3 06 53 95

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